Zurück zum Blog

Dein Blog für natürliche Gesundheit

Lipödem ist weit mehr ist als eine Frage des Körpergewichts

  • 5 Min. Lesezeit
Lipödem ist weit mehr ist als eine Frage des Körpergewichts

Warum das Lipödem häufig missverstanden wird

Viele Betroffene hören über Jahre hinweg denselben Rat: mehr Sport treiben, weniger essen, Gewicht reduzieren. Genau darin liegt eines der größten Missverständnisse rund um das Lipödem.

Beim Lipödem handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Gewichtszunahme, sondern um eine chronische Erkrankung des Fettgewebes. Typisch ist eine auffällige Fettverteilung an Beinen und teilweise Armen, während Hände und Füße meist ausgespart bleiben.

Viele Frauen berichten, dass sich ihre Körperform trotz gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung kaum verändert. Die Beschwerden entstehen dabei nicht allein durch das Fettgewebe, sondern auch durch Veränderungen kleiner Blut- und Lymphgefäße, die zu Schmerzen, Spannungsgefühlen und Schwellungen beitragen können.

Ursachen und Zusammenhänge

Bis heute ist nicht vollständig geklärt, warum ein Lipödem entsteht. Dennoch lassen sich mehrere Faktoren identifizieren, die bei der Entwicklung der Erkrankung eine Rolle spielen könnten.

1. Warum Hormone vermutlich eine zentrale Rolle spielen

Ein auffälliges Merkmal des Lipödems ist sein zeitliches Auftreten. Die Erkrankung beginnt häufig während hormoneller Umstellungsphasen wie der Pubertät, Schwangerschaft oder den Wechseljahren.

Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass weibliche Geschlechtshormone an den Veränderungen des Fettgewebes beteiligt sein könnten. Warum manche Frauen betroffen sind und andere nicht, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich beeinflussen Hormone die Art und Weise, wie Fett gespeichert und verteilt wird.

2. Weshalb genetische Faktoren den Verlauf mitbestimmen können

In vielen Familien treten ähnliche Beschwerden über mehrere Generationen hinweg auf. Das spricht dafür, dass erbliche Faktoren eine Rolle spielen könnten.

Vermutlich handelt es sich nicht um ein einzelnes Gen, sondern um ein Zusammenspiel verschiedener genetischer Eigenschaften. Diese könnten beeinflussen, wie empfindlich Fettgewebe, Bindegewebe oder Gefäße auf hormonelle Signale reagieren.

3. Welche Bedeutung kleine Gefäße und das Gewebe haben

Beim Lipödem scheint nicht nur die Menge des Fettgewebes verändert zu sein. Fachleute diskutieren auch Veränderungen der kleinsten Blutgefäße und der Gewebestruktur.

Dadurch kann vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe gelangen. Gleichzeitig entsteht ein erhöhter Druck innerhalb des betroffenen Bereichs. Diese Vorgänge könnten erklären, warum viele Betroffene Schmerzen, Spannungsgefühle oder eine erhöhte Druckempfindlichkeit entwickeln.

4. Warum Übergewicht nicht die Ursache ist

Einer der wichtigsten Unterschiede zu Adipositas besteht darin, dass das Lipödem nicht durch zu viele Kalorien entsteht.

Übergewicht kann die Beschwerden zwar verstärken, gilt jedoch nicht als eigentliche Ursache. Viele Betroffene erleben, dass sie am Oberkörper Gewicht verlieren können, während die betroffenen Bereiche an Beinen oder Armen weitgehend unverändert bleiben. Genau dieses Muster ist ein wichtiger Hinweis auf die Erkrankung.

Typische Symptome oder Anzeichen bei Lipödem

Die Beschwerden entwickeln sich häufig schleichend und werden deshalb anfangs nicht immer richtig eingeordnet.

1. Schmerzen entstehen oft unabhängig von Belastung

Viele Betroffene berichten über Druckschmerzen, selbst wenn keine starke Belastung vorliegt.

Interessanterweise stehen diese Beschwerden häufig nicht im Verhältnis zur sichtbaren Ausprägung der Fettvermehrung. Bereits in frühen Stadien können deutliche Schmerzen auftreten. Das unterscheidet das Lipödem von vielen anderen Formen der Fettverteilung.

2. Das Schweregefühl betrifft oft den gesamten Alltag

Ein häufig beschriebenes Symptom ist das Gefühl schwerer Beine oder Arme.

Dieses Schweregefühl nimmt oft im Laufe des Tages zu und kann längeres Stehen oder Gehen erschweren. Viele Betroffene berichten, dass die Beschwerden besonders an warmen Tagen oder nach langen Belastungsphasen zunehmen.

3. Warum Blutergüsse leichter entstehen können

Auffällig ist außerdem die erhöhte Neigung zu blauen Flecken.

Schon kleine Stöße reichen häufig aus, um sichtbare Blutergüsse hervorzurufen. Vermutet wird, dass die feinen Gefäße innerhalb des Gewebes empfindlicher reagieren und dadurch leichter verletzt werden können.

4. Schwellungen verändern das Spannungsgefühl

Im Tagesverlauf kann sich Flüssigkeit im Gewebe ansammeln.

Dadurch entsteht ein Spannungsgefühl, das viele Betroffene als unangenehm oder schmerzhaft empfinden. Besonders nach langem Sitzen oder Stehen werden diese Veränderungen oft deutlicher wahrgenommen.

Was hilft im Alltag bei Lipödem?

Auch wenn das Lipödem nicht vollständig heilbar ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Alltag angenehmer zu gestalten und Beschwerden zu reduzieren.

1. Regelmäßige Bewegung unterstützt die Gewebefunktion

Bewegung verbessert die Muskelaktivität und fördert den Rücktransport von Flüssigkeit aus dem Gewebe.

Besonders gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren oder Walking werden häufig empfohlen. Sie entlasten die Gelenke und ermöglichen gleichzeitig eine regelmäßige Aktivierung der Muskulatur.

2. Kompression kann den Alltag erleichtern

Kompressionsversorgungen gehören zu den wichtigsten konservativen Maßnahmen.

Der äußere Druck kann dazu beitragen, Spannungsgefühle zu reduzieren und die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe zu begrenzen. Viele Betroffene berichten dadurch über eine spürbare Erleichterung im Alltag.

3. Gewichtsstabilität kann Beschwerden positiv beeinflussen

Auch wenn Übergewicht nicht die Ursache des Lipödems ist, kann zusätzliches Körpergewicht die Belastung erhöhen.

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt deshalb vor allem das allgemeine Wohlbefinden und hilft dabei, zusätzliche Belastungsfaktoren zu vermeiden.

4. Langes Sitzen und Stehen bewusst unterbrechen

Bleibt der Körper über viele Stunden in derselben Position, können Spannungsgefühle zunehmen.

Regelmäßige Bewegungspausen, kurze Spaziergänge oder einfache Aktivierungsübungen helfen dabei, die Durchblutung anzuregen und das Gewebe zu entlasten.

5. Die psychische Belastung nicht unterschätzen

Ein Lipödem betrifft nicht nur den Körper.

Viele Frauen erleben gesellschaftliche Vorurteile oder fühlen sich missverstanden. Gespräche mit Fachpersonen, Selbsthilfegruppen oder anderen Betroffenen können helfen, die Erkrankung besser einzuordnen und den Umgang damit zu erleichtern.

Schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, die Lebensqualität bei Lipödem langfristig positiv zu beeinflussen

Natürliche Unterstützung und Heilpflanzen

Naturheilkundliche Verfahren werden häufig ergänzend genutzt, um das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen. Dabei steht nicht die Behandlung des Lipödems selbst im Vordergrund, sondern die Begleitung von Beschwerden und die Förderung eines gesunden Lebensstils. Die wissenschaftliche Datenlage ist je nach Pflanze unterschiedlich, weshalb naturheilkundliche Anwendungen vor allem als unterstützende Maßnahmen betrachtet werden sollten.

Ausgewählte Heilpflanzen und Naturstoffe, die in der Naturheilkunde traditionell zur Unterstützung bei Lipödem eingesetzt werden.

  • Artischocke wird traditionell in Zusammenhang mit Verdauungs- und Stoffwechselprozessen genutzt. Deshalb findet sie sich häufig in naturheilkundlichen Konzepten, die eine ausgewogene Ernährung begleiten.
  • Schöllkraut wird seit Langem in der traditionellen Pflanzenheilkunde eingesetzt und steht vor allem im Zusammenhang mit Leber- und Verdauungsfunktionen.
  • Engelwurz wird traditionell bei Anwendungen geschätzt, die das allgemeine Wohlbefinden und die Unterstützung verschiedener Körperfunktionen begleiten sollen.
  • Rosskastanie wird häufig bei Anwendungen rund um Beine, Venen und das Bindegewebe eingesetzt und besitzt deshalb einen besonderen Bezug zu Beschwerden, die mit schweren Beinen verbunden werden.
  • Thuja wird vor allem in naturheilkundlichen und homöopathischen Konzepten verwendet und spielt dort eine Rolle bei unterschiedlichen individuellen Beschwerdebildern.

Latest Stories

Alle anzeigen

Handy und Stress – Warum uns das Smartphone kaum noch abschalten lässt
  • Leni Hettrich

Handy und Stress – Warum uns das Smartphone kaum noch abschalten lässt

Warum kann das Handy überhaupt Stress auslösen? Eine WhatsApp-Nachricht. Zwei neue Mails. Eine Push-Mitteilung. Dazwischen kurz das Wetter checken – und wenn das Handy schon einmal in der Hand ist, noch schnell schauen, ob es etwas Neues gibt. Keine dieser...

Weiterlesenüber Handy und Stress – Warum uns das Smartphone kaum noch abschalten lässt

Doomscrolling: Warum können wir nicht aufhören?
  • Lisa-Marie Wörz

Doomscrolling: Warum können wir nicht aufhören?

Nur noch eine Nachricht – warum scrollen wir trotzdem weiter? Du möchtest nur kurz schauen, was passiert ist. Eine Nachricht lesen, vielleicht zwei. Schließlich willst Du informiert bleiben. Dann öffnest Du den nächsten Beitrag. Darunter wartet bereits ein Video. In...

Weiterlesenüber Doomscrolling: Warum können wir nicht aufhören?

Digitaler Stress: Woran erkenne ich ihn?
  • Marina Formigoni Heinke

Digitaler Stress: Woran erkenne ich ihn?

Was ist digitaler Stress? Digitale Technologien erleichtern unseren Alltag, können aber gleichzeitig neue Belastungen schaffen. Digitaler Stress entsteht vor allem dann, wenn digitale Anforderungen dauerhaft mehr Energie kosten, als wir für ihre Bewältigung zur Verfügung haben.   1. Ständige Erreichbarkeit Eine...

Weiterlesenüber Digitaler Stress: Woran erkenne ich ihn?

Nervensystem beruhigen: So kommst Du aus der ständigen Anspannung
  • Marina Formigoni Heinke

Nervensystem beruhigen: So kommst Du aus der ständigen Anspannung

Warum fühlt sich ein überlastetes Nervensystem so unangenehm an? Du hast Feierabend. Eigentlich wäre jetzt Zeit, herunterzufahren. Trotzdem bleiben die Schultern angespannt, Du kannst nicht richtig stillsitzen und Dein Kopf scheint bereits beim nächsten Problem zu sein. Du weißt, dass...

Weiterlesenüber Nervensystem beruhigen: So kommst Du aus der ständigen Anspannung

Angst und innere Unruhe: Warum der Körper nicht zur Ruhe kommt
  • Leni Hettrich

Angst und innere Unruhe: Warum der Körper nicht zur Ruhe kommt

Warum fühlt sich innere Unruhe so unangenehm an? Du sitzt auf dem Sofa und eigentlich ist gerade nichts los. Trotzdem fühlt es sich an, als könnte Dein Körper nicht abschalten. Du wechselst ständig die Position, die Gedanken springen von einem...

Weiterlesenüber Angst und innere Unruhe: Warum der Körper nicht zur Ruhe kommt