Heilpflanze

Rosskastanie

[Aesculus hippocastanum e semine sicc.]

Rosskastanie

Eines der großen Venenmittel der Naturheilkunde – mehrfach durch Studien belegt. Nur als Fertigarzneimittel!

Spannende Fakten zu Rosskastanie

  • Keine Verwandtschaft zur Speisekastanie.
  • Name von den Osmanen: Heilmittel und Pferdefutter.
  • Alle europäischen Rosskastanien von einer einzigen Samenlieferung 1576.

Wirkung & Eigenschaften

Aescin (Triterpensaponin, 5%): dichtet Kapillarwände ab (verhindert Wasseraustritt ins Gewebe), strafft den Venentonus und verhindert das Zusammenkleben von Blutplättchen (antithrombotisch). Klinische Studien: vergleichbar mit Kompressionsstrümpfen der Klasse II.

Eigenschaften: venentonisierend, antikoagulant, antithrombotisch, antiexsudativ, entzündungshemmend, adstringierend.

Rosskastanie: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung
Rosskastanie: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung

Anwendungsbereiche

Rosskastanie bei Venenbeschwerden

Chronische Venenschwäche entsteht, wenn die Venenwände und -klappen erschlaffen – Blut versackt in den Beinen, Ödeme entstehen und die Beine werden schwer und müde. Aescin strafft den Venentonus: Die Venen ziehen sich zusammen, das Blut fließt effizienter ab. Kapillarwände werden abgedichtet, sodass kein Wasser ins Gewebe austreten kann. Klinische Studien belegen: Rosskastanie ist vergleichbar wirksam mit Kompressionsstrümpfen der Klasse II.

Aesculus bei Wadenkrämpfen

Wadenkrämpfe entstehen häufig durch eine Minderdurchblutung der Muskulatur – zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe erreichen den Muskel, der dann krampft. Rosskastanie verbessert die Mikrozirkulation in den Beinmuskeln: Mehr Nährstoffe und Sauerstoff erreichen das Gewebe, die Muskelversorgung normalisiert sich und die Krämpfe treten seltener auf.

Rosskastanie bei Blutergüssen

Blutergüsse entstehen, wenn Blut aus verletzten Kapillaren ins Gewebe austritt. Rosskastanie verbessert den venösen Abfluss aus dem Bereich und wirkt entzündungshemmend. Aescin hemmt zudem Hyaluronidase, ein Enzym das den Gewebezerfall fördert. Blutergüsse werden schneller resorbiert und der Heilungsprozess wird beschleunigt.

Aesculus bei Hämorrhoiden

Hämorrhoiden entstehen durch ausgesackte Venen im Hämorrhoidalgeflecht. Als Sitzbad: Die Gerbstoffe ziehen die erweiterten Gefäße zusammen (adstringierend), die Aussackung verkleinert sich. Innerlich verbessert Rosskastanie den venösen Abfluss aus dem Beckenbereich, was den Druck auf die Hämorrhoidalgefäße dauerhaft senkt.

Rosskastanie bei Hauterkrankungen

Bei entzündlichen Hauterkrankungen mit Rötung, Schwellung und Juckreiz wirkt Rosskastanie adstringierend und entzündungshemmend. Die Durchblutung der entzündeten Bereiche wird normalisiert, Schwellungen gehen zurück und der Juckreiz lässt nach.

Aesculus bei Nervenschmerzen

Nervenschmerzen entstehen häufig durch Kompression von Nerven durch Ergüsse und Schwellungen im umliegenden Gewebe. Rosskastanie verbessert den venösen Abfluss und baut Ergüsse ab. Die Nervenkompression wird gelöst und die Schmerzen nehmen ab.

Hinweise zur Anwendung

NUR Fertigarzneimittel (konstante Aescin-Dosis). Kurartig, innerlich und äußerlich.

Schwangerschaft & Stillzeit

Kontraindiziert – Aescin hemmt die Blutgerinnung, was in der Schwangerschaft kritisch ist.

Pflanzensteckbrief

  • Botanischer Name: Aesculus hippocastanum
  • Pflanzenfamilie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Kastanie, Weiße Kastanie
  • Blütezeit: April bis Mai
  • Herkunft: Balkan
  • Giftigkeit: Ungiftig (als Fertigarzneimittel)