Die Artischocke gilt als eines der großen Heilmittel für Leber und Galle. Sie wird in Europa seit ca. Christi Geburt angebaut. In der Naturheilkunde hat sie sich als appetitanregendes, verdauungsförderndes und cholesterinsenkendes Mittel einen festen Platz erarbeitet.
Spannende Fakten zu Artischocke
Von der Mafia bis zum Digestif – die Artischocke hat eine Geschichte voller überraschender Wendungen.
- Die Mafia sicherte sich das Handelsmonopol für Artischocken in den USA Anfang des 19. Jahrhunderts – das endete mit den 'Artischocken-Kriegen'.
- Der bekannte italienische Digestif Cynar wird aus Artischocken hergestellt.
- Die Artischocke ist botanisch gesehen eine Distelart.
Wirkung & Eigenschaften
Die Artischocke ist eine der großen Leberheilpflanzen. Sie ist der Spezialist für Fettverdauung und Fettstoffwechsel und entlastet den angestrengten Darm. Ihr wichtigster Wirkstoff ist der Bitterstoff Cynarin, der bereits im Mund die Verdauungsdrüsen anregt – Leber, Bauchspeicheldrüse und Mundspeicheldrüsen produzieren mehr Sekrete. Bei regelmäßigem Konsum senkt sie die Blutfettwerte um bis zu 15%. Enthaltene Wirkstoffe: Cynarin, Flavonoide, Chinasäurederivate.
Eigenschaften: cholesterinsenkend, Leber anregend, Stoffwechselfördernd, Fettverdauung bessernd, anti-arteriosklerotisch, appetitanregend.

Anwendungsbereiche
Die Artischocke ist ein Verdauungsspezialist – ihre therapeutischen Schwerpunkte liegen konsequent in diesem Bereich.
Artischocke stimuliert Leber & Galle
Cynarin regt Leber und Bauchspeicheldrüse zur vermehrten Sekretion an. Die Verdauungsleistung steigt, Gallenflüssigkeit wird vermehrt produziert und in den Darm abgegeben. Der gesamte Verdauungsapparat arbeitet effizienter, Schwere nach dem Essen nimmt ab und Blähungen gehen zurück.
Cynara scolymus zur Förderung der Verdauung
Die Artischocke wird seit Jahrhunderten bei schwerer Fettverdauung eingesetzt. Besonders bei fetten Speisen hilft sie, diese besser zu verarbeiten und zu verstoffwechseln. Die Neigung zu Verstopfungen und Blähungen nach schwerem Essen geht zurück, das Wohlbefinden nach der Mahlzeit verbessert sich deutlich.
Artischocke senkt den Blutlipidspiegel
Studien zeigen: Regelmäßiger Artischocken-Konsum kann die Blutfettwerte um bis zu 15% reduzieren. Die Artischocke regt die Leber an, mehr Gallenflüssigkeit zu produzieren – für die Gallenproduktion wird Cholesterin verbraucht, weshalb die Blutcholesterinwerte sinken. Da Blutfettwerte direkt mit der Entstehung von Arteriosklerose zusammenhängen, ist die Artischocke eine wichtige natürliche Prophylaxe gegen Herzinfarkt und Schlaganfall.
Cynara scolymus bei Magen-Darm-Beschwerden
Viele Magen-Darm-Probleme entstehen durch Überlastung oder Trägheit der Verdauungsdrüsen. Die Artischocke aktiviert diese Drüsen, verbessert die Fettverdauung und entlastet den gesamten Darm. Blähungen, Völlegefühl und Verdauungsträgheit bessern sich. Sie ist bei nahezu allen Problemen, die mit dem Fettstoffwechsel zusammenhängen, ein Mittel der Wahl.
Artischocke verbessert die Fettverdauung
Artischocken-Substanzen regen Leberzellen dazu an, mehr Gallenflüssigkeit zu produzieren. Diese Gallenflüssigkeit wird in den Dünndarm abgegeben und emulgiert dort die Fette aus der Nahrung – erst dadurch können die Lipasen der Bauchspeicheldrüse die Fette vollständig abbauen und der Körper sie aufnehmen.
Hinweise zur Anwendung
Die Artischocke sollte gegessen oder als Frischsaft angewendet werden. Trockenkapselpräparate eignen sich für eine längerfristige Einnahme. Wichtig: Einnahme einige Minuten vor der nächsten Mahlzeit, damit der Bitterstoff Cynarin die Verdauungsdrüsen rechtzeitig anregt.
Schwangerschaft & Stillzeit
Die Artischocke kann auch in der Schwangerschaft gegessen und eingenommen werden.
Kontraindikationen
Bei einer Korbblütlerallergie ist Vorsicht geboten. Bei Entzündungen der Gallengänge, posthepatischem Ikterus und akuten Leberentzündungen ist Artischocke kontraindiziert, da die Anregung der Leber zu einer Überlastung führen kann.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Cynara scolymus
- Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
- Weitere Bezeichnungen: Jockeles, Erdschocke
- Blütezeit: Ab August
- Herkunft: Mittelmeerraum
- Giftigkeit: Ungiftig


