Heilpflanze

Schöllkraut

[Chelidonium majus]

Schöllkraut

Das Leber-Galle-Heilmittel schlechthin – wächst an jedem Wegesrand, wird als Unkraut verkannt. Nur apothekenpflichtig und kurartig anwenden!

Spannende Fakten zu Schöllkraut

  • Samen werden von Ameisen verbreitet (Myrmekochorie).
  • Von Siedlern in die USA importiert – gezielt gegen Hauterkrankungen.
  • Schon im Mittelalter gegen Bauchkrämpfe eingesetzt.

Wirkung & Eigenschaften

Alkaloide (Chelidonin, Berberin, Sanguinarin): krampflösend auf glatte Muskulatur, gallenflussanregend, antiviral und antibakteriell. Der gelblich-milchige Frischsaft wirkt hautreizend und leicht ätzend – wirksam gegen Warzen.

Eigenschaften: gallenflussanregend, krampflösend, antiviral, antibakteriell, entstauend, verdauungsfördernd.

Schöllkraut: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung
Schöllkraut: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung

Anwendungsbereiche

Schöllkraut bei Leber- und Gallenbeschwerden

Leber- und Gallenbeschwerden entstehen, wenn die Leber zu wenig Gallenflüssigkeit produziert oder die Gallengänge verkrampft sind. Chelidonium regt zweistufig an: Es stimuliert die Leberzellen direkt zur vermehrten Gallenproduktion und entspannt gleichzeitig die glatte Muskulatur der Gallengänge für einen freien Gallefluss in den Dünndarm. Das Verdauungssystem normalisiert sich.

Chelidonium bei Magen-Darm-Problemen

Magen-Darm-Probleme durch mangelnden Gallefluss entstehen, wenn zu wenig Gallenflüssigkeit im Dünndarm ankommt – pH-Werte stimmen nicht, Darmenzyme können nicht richtig arbeiten. Schöllkraut normalisiert den Gallefluss und damit das Darmmilieu. Blähungen, Durchfall und Krämpfe gehen zurück.

Schöllkraut bei Antriebslosigkeit

Antriebslosigkeit mit körperlicher Schwere entsteht häufig, wenn die Verdauungsorgane träge sind und der Körper wenig Energie aus der Nahrung gewinnt. Schöllkraut aktiviert alle Verdauungsdrüsen – Leber, Galle, Pankreas – und verbessert damit die Nährstoffaufnahme. Neue Energie entsteht, Antrieb und Vitalität kehren zurück.

Chelidonium bei Kopfschmerzen

Der Leber-Galle-Typ Kopfschmerz entsteht durch Gefäßkrämpfe im Kopfbereich bei überlasteter Leber. Schöllkraut löst die Gefäßkrämpfe durch seine krampflösende Alkaloid-Wirkung und regt den Gallefluss an, was die Leber entlastet. Der ursächliche Mechanismus wird angegangen.

Schöllkraut bei Gelbsucht

Gelbsucht entsteht, wenn Gallenflüssigkeit nicht in den Darm abfließen kann und ins Blut rücktritt. Schöllkraut normalisiert die Gallenproduktion und löst Gallengangskrämpfe – bei Produktions- und Abflusstyp der Gelbsucht wirkt es unterstützend.

Schöllkraut bei Warzen

Der gelblich-milchige Frischsaft direkt auf die Warze getupft (umliegende Haut schützen!) nutzt zwei Wirkprinzipien: Die leicht ätzende Wirkung beschädigt das Warzengewebe und die antiviralen Alkaloide gehen gegen das HPV-Virus vor, das der Warze zugrunde liegt. Warzen schwinden nach wiederholter Anwendung.

Hinweise zur Anwendung

NUR apothekenpflichtiges Arzneimittel (Urtinktur, Spagyrik, bis D8). Kurartig. Keine Dauertherapie.

Schwangerschaft & Stillzeit

Kontraindiziert – giftig, Leber- und Fötus-Belastung.

Lebervorerkrankungen

Nicht bei Leberzirrhose, Gallensteinen oder chronischer Hepatitis.

Pflanzensteckbrief

  • Botanischer Name: Chelidonium majus
  • Pflanzenfamilie: Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Warzenkraut
  • Blütezeit: Mai bis September
  • Herkunft: Heimisch (Europa)
  • Giftigkeit: Giftig (Wurzel im Herbst hochgiftig)