Heilpflanze

Yohimbe

[Pausinystalia yohimbe]

Yohimbe

Afrikas Liebesbaum – Massai-Ritualpflanze. Alpha-2-Antagonist: Noradrenalin freisetzen, Genitalien durchbluten. Leicht giftig. Hochdosis verschreibungspflichtig. Dosierung einschleichen!

Spannende Fakten zu Yohimbe

  • Bei den Massai ist Yohimbe die Basis von Rezepturen für Initiationsriten – der Übergang in die Gemeinschaft der Krieger wurde traditionell mit Yohimbe-Rinde begleitet.
  • Ältere Bäume reichern zunehmend mehr Yohimbin in ihrer Rinde an: Je älter der Baum, desto höher der Wirkstoffgehalt – pharmakologisch wertvoller für die Ernte.
  • Yohimbin wird auch in der Kraftsportszene eingesetzt: Als Alpha-2-Antagonist hemmt es die Lipolyse-Hemmung in Fettzellen und soll den Fettabbau unterstützen.

Wirkung & Eigenschaften

Yohimbin (alpha-2-Adrenorezeptor-Antagonist): blockiert selektiv präsynaptische Alpha-2-Adrenorezeptoren – Hemmrezeptoren, die die Noradrenalin-Freisetzung über negativen Feedback bremsen. Yohimbin-Blockade hebt diese Hemmung auf → mehr Noradrenalin → Sympathikus-Aktivierung. Vasodilatation: Alpha-2-Blockade an Blutgefäßen → Gefäßerweiterung der Genitalregion → verbesserte penile/klitorale Durchblutung. ZNS-Wirkung: Hemmung zentral-nervöser Alpha-2-Rezeptoren → Anxiolyse – Stress und Leistungsangst nehmen ab. Leicht giftig: Dosierung einschleichen!

Eigenschaften: aphrodisierend, libidosteigernd, erektionsfördernd, blutdrucksenkend, anregend, Durchblutung fördernd.

Yohimbe (Pausinystalia johimbe): Eigenschaften, Anwendung & Wirkung
Yohimbe (Pausinystalia johimbe): Eigenschaften, Anwendung & Wirkung

Anwendungsbereiche

Yohimbe bei Erektionsstörungen

Erektile Dysfunktion kann vaskuläre oder psychogene Ursachen haben. Vaskuläre ED: Die Schwellkörper-Arteriolen dilatieren unzureichend, ungenügend Blut füllt die Corpora cavernosa. Psychogene ED: Leistungsangst aktiviert den Sympathikus, der Noradrenalin-Effekt kontrahiert die Schwellkörperarterien – Erektion wird verhindert. Yohimbin wirkt auf beide: Es bewirkt Alpha-2-vermittelte Vasodilatation der Penisarterien und hemmt central die Stress-vermittelte Sympathikusüberaktivität. Die Wirksamkeit bei psychogener ED ist in mehreren kontrollierten Studien belegt (Ernst & Pittler, 1998).

Pausinystalia johimbe bei Libidoverlust

Libidoverlust entsteht häufig durch chronischen Stress (supprimiert Gonadotropine, senkt Testosteron) und psychogene Faktoren (Angst vor Versagen). Yohimbin hemmt zentral die Alpha-2-Rezeptoren in limbischen Strukturen, die für die Stress-Angst-Response zuständig sind. Weniger Angst und Stressüberstimulation bedeutet mehr Kapazität für sexuelle Stimulation. Die Noradrenalin-Freisetzung erhöht zusätzlich die sexuelle Erregbarkeit.

Yohimbe bei Erschöpfung

Alpha-2-Adrenorezeptoren regulieren an peripheren Blutgefäßen die Vasokonstriktion. Bei Durchblutungsstörungen ist die Alpha-2-vermittelte Vasokonstriktion überaktiv – Yohimbin blockiert diese Rezeptoren, Blutfluss verbessert sich. Bei Erschöpfung: Die Noradrenalin-Freisetzung erhöht die sympathische Aktivierung – Wachheit, Konzentration und Reaktionsbereitschaft steigen. Die verbesserte Durchblutung versorgt Zellen mit mehr Sauerstoff.

Hinweise zur Anwendung

Rinde als Teedroge (apothekenpflichtig). Yohimbin-Hochdosispräparate verschreibungspflichtig. Dosierung kontrolliert einschleichen. Kurartig.

Schwangerschaft & Stillzeit

NICHT anwenden – stärke Durchblutungswirkung, Effekte auf den Fetus nicht kalkulierbar.

Pflanzensteckbrief

  • Botanischer Name: Pausinystalia johimbe (K.Schum.) Pierre ex Beille
  • Pflanzenfamilie: Krappgewächse (Rubiaceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Liebesbaum, Lustholz, Corynanthe johimbe
  • Blütezeit: Ganzjährig (tropisch)
  • Herkunft: Tropisches Zentralafrika
  • Giftigkeit: Leicht giftig