Das Sediment der Weinflasche als Heilmittel – Weinstein löst, was sich im Körper verhärtet, verkalkt und aus dem Lebensrhythmus herausgefallen ist. Langsam, aber tiefgreifend. Monate bis zur Wirkung.
Spannende Fakten zu Weinstein
- Weinstein ist als Cremor tartari ein Backtriebmittel für schwere Teige – wenn normales Backpulver zu schwach ist – und stabilisiert Eischnee beim Aufschlagen.
- Der Name Tartarus kommt aus der griechischen Mythologie: Tartarus ist der tiefste Ort der Unterwelt, an dem die Titanen gefangen gehalten werden – erstarrt, weit weg vom Leben. Genau dieses Bild steht hinter den Ablagerungserkrankungen.
- Weinstein entsteht beim Keltern und Lagern von Wein: Weinsäure und Kalium verbinden sich bei Kühlung zu unlöslichen Kristallen, die sich am Flaschenboden absetzen.
Wirkung & Eigenschaften
Kaliumhydrogentartrat (C₄H₅KO₆): Dieses organische Kaliumsalz der Weinsäure wirkt in spagyrischer Aufbereitung als Komplexbildner: Es erhöht die Löslichkeit von Calciumablagerungen – Calciumoxalat in Nierensteinen, Calciumphosphat in Gefäßwänden, Calcifizierungen in Bronchien und Herzmuskel werden schrittweise löslicher und können ausgeschieden werden.
Antisklerotische Wirkung: Verhärtete Gefäßwände werden durch verbesserte Durchblutung und Komplexbildung wieder elastischer. Langsamer Prozess – Monate bis Jahre.
Eigenschaften: Steinlösend, antisklerotisch, ablagerungswidrig, erweichend, entzündungshemmend, regenerativ.

Anwendungsbereiche
Weinstein bei Nierensteinen
Nierensteine entstehen, wenn der Urin mit unlöslichen Verbindungen – meist Calciumoxalat – übersättigt ist und diese auskristallisieren. Kaliumhydrogentartrat erhöht als organisches Chelatmolekül die Löslichkeit von Calciumionen im Urin – ähnlich wie Zitrat, das in der Schulmedizin zur Nierensteinprophylaxe eingesetzt wird. Tartrat-Ionen binden Calciumionen, verhindern die Kristallisation und können bestehende Konkremente schrittweise verkleinern. Geduld ist gefragt – Nierensteine sind über Monate entstanden.
Tartarus depuratus bei Arteriosklerose und Herzinsuffizienz
Arteriosklerose verhärtet die Gefäßwände: Kalk lagert sich ein, die Arterien verlieren ihre Elastizität, der Blutdruck steigt, das Herz muss gegen erhöhten Widerstand pumpen. Weinstein wirkt antisklerotisch durch Komplexbildung mit den Calciumablagerungen in der Gefäßwand: Die Elastizität nimmt langsam wieder zu, der Herzmuskel wird beweglicher, der Blutdruck sinkt graduell. Das ist ein langer Prozess – aber ohne Nebenwirkungen.
Weinstein bei chronischer Magenschleimhaut-Entzündung
Bei chronischer Gastritis vernarbt die Magenschleimhaut über Zeit – das Narbengewebe ist schlecht durchblutet, schlecht ernährt und kaum regenerationsfähig. Weinstein bringt dieses sklerotische Gewebe wieder in den aktiven Stoffwechsel: Das Narbengewebe wird weicher und durchbluteter, die Schleimhaut kann sich regenerieren. Als langfristige Begleittherapie nach der eigentlichen Behandlung sinnvoll.
Hinweise zur Anwendung
Langsames Mittel – keine schnelle Wirkung erwarten. Monate bis Jahre regelmäßige Einnahme nötig. Niedrige Dosierung. Spagyrisch aufbereitet.
Schwangerschaft & Stillzeit
Verwendbar in Schwangerschaft und Stillzeit. Da es sich meist um Probleme des reiferen Alters handelt, ist die Therapie oft nach der Schwangerschaft sinnvoller.
Mineralsteckbrief
- Substanz: Tartarus depuratus (Kaliumhydrogentartrat)
- Weitere Namen: Weinstein, Cremor tartari
- Chemische Formel: C₄H₅KO₆
- Beschaffenheit: Weißes, kristallines Pulver
- Herkunft: Weinkelterung – Sediment aus Weintrauben
- Einsatzbereich: Ablagerungen, Sklerose, Verhärtungen


