Die mittelalterliche Gichtrose – heute fast nur noch in spagyrischen und homöopathischen Mischungen, aber wirksam bei Krämpfen, Hämorrhoiden und Menstruationsbeschwerden.
Spannende Fakten zu Pfingstrose
- Benediktinerrose: Mönche brachten sie über die Alpen.
- Symbol für Reichtum und Heilung in der Kunst des Mittelalters.
- Antonirose: blüht um den 13. Juli, Tag des heiligen Antonius.
Wirkung & Eigenschaften
Peonidin (Anthocyan): verbessert den metabolischen Stoffwechsel und mildert Krämpfe. Gerbstoffe: adstringierend – ziehen erweiterte Blutgefäße zusammen und stoppen Blutungen. Anthocyane: entzündungshemmend.
Eigenschaften: krampflösend, adstringierend, entzündungshemmend, harnfördernd, antirheumatisch, nervenberuhigend.
Nur homöopathisch oder spagyrisch
Paeonia officinalis wird heute fast ausschließlich in homöopathischen oder spagyrischen Zubereitungen eingesetzt. Schwach giftig – rein phytotherapeutische Anwendung nur unter fachkundiger Begleitung.

Anwendungsbereiche
Pfingstrose bei Krämpfen
Krämpfe durch harnsäure Diathese – erhöhte Harnsäure im Gewebe – entstehen durch eine gestörte Ausscheidung von Harnsäure. Peonidin verbessert den metabolischen Stoffwechsel und die Harnsäureausscheidung. Gleichzeitig entspannt es die krampfende Muskulatur: Die Krampfneigung sinkt und der Schmerz lässt nach.
Paeonia bei Hämorrhoiden
Hämorrhoiden entstehen durch erweiterte Gefäße im Hämorrhoidalgeflecht – häufig durch Pfortaderstau bei überlasteter Leber. Pfingstrose wirkt zweifach: Die Gerbstoffe ziehen die erweiterten Blutgefäße zusammen (adstringierend) und stoppen aktive Blutungen. Die Anthocyane entlasten den Leberstoffwechsel, senken den Pfortaderdruck und lassen die Hämorrhoiden zurückgehen. Äußerlich als Salbe angewendet sehr wirksam.
Pfingstrose bei Husten
Die adstringierende Wirkung der Gerbstoffe verengt auch Bronchialgefäße – bei gereizten, entzündeten Bronchien mit verstärkter Sekretproduktion wirkt Pfingstrose beruhigend. Der Hustenreiz wird reduziert, die Bronchialschleimhäute beruhigen sich.
Paeonia bei Rheuma
Rheumatische Erkrankungen entstehen durch Ablagerungen von Schlackstoffen und Harnsäure im Bindegewebe und den Gelenken. Pfingstrose wirkt entzündungshemmend und harntreibend: Schlacken werden über die Niere ausgeschieden, das Bindegewebe entlastet sich und die Entzündungsneigung sinkt.
Pfingstrose bei Menstruationsbeschwerden
Pfingstrose kombiniert drei komplementäre Wirkungen bei Menstruationsbeschwerden: Sie löst Krämpfe der Gebärmuttermuskulatur (entkrampfend), normalisiert zu stärke Blutungen durch Gefäßzusammenziehung (adstringierend) und wirkt entzündungshemmend im Unterbauch. Diese Kombination macht sie zu einem klassischen Bestandteil spagyrischer Frauenmischungen.
Pfingstrose bei Gastritis
Bei Gastritis ist die Magenschleimhaut entzündet und der Leberstoffwechsel oft mitbelastet. Pfingstrose aktiviert die Leber durch ihre Anthocyan-Wirkung, entstaut das Pfortadersystem und entkrampft den Magen. Die Magenschleimhaut wird entlastet, die Entzündung klingt ab.
Hinweise zur Anwendung
Spagyrische oder homöopathische Mischungen oder Salbe äußerlich. Nur kurartig.
Schwangerschaft & Stillzeit
Nicht innerlich. Äußerliche Anwendung (Salbe) unbedenklich.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Paeonia officinalis
- Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
- Weitere Bezeichnungen: Gichtrose, Benediktinerrose, Antonirose
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Herkunft: Südlich der Alpen
- Giftigkeit: Schwach giftig


