Das große Trauermittel der Naturheilkunde – christliche Missionare erkannten in der Blüte die Stigmata Christi und machten sie zur Heilpflanze des leidenden Herzens.
Spannende Fakten zu Passionsblume
- Früchte = Maracuja (beliebtes Tropenobst).
- Gelbe Punkte auf der Blüte täuschen Insekteneier nach – botanische Mimikry.
- Arzneipflanze des Jahres 2011.
Wirkung & Eigenschaften
Indol-Alkaloide (Harman, Harmin): beruhigen das ZNS und verschieben das vegetative Nervensystem in Richtung Parasympathikus. Chrysin (Flavonoid): zeigt Affinität zu Benzodiazepin-Rezeptoren im Gehirn – angstlösend ohne die Nebenwirkungen synthetischer Benzodiazepine.
Eigenschaften: beruhigend, angstlösend, schlaffördernd, entkrampfend, ausgleichend, blutdruckregulierend.

Anwendungsbereiche
Passiflora bei Schlafstörungen
Schlafstörungen durch Gedankenkreisen und innere Unruhe entstehen, wenn der Parasympathikus abends nicht die Kontrolle übernehmen kann. Die Indol-Alkaloide der Passionsblume stärken den Parasympathikus und bremsen die überschießende Aktivität des Sympathikus. Das Gedankenkreisen hört auf, der Körper entspannt sich und der Schlaf stellt sich sanft ein – ohne die Benommenheit synthetischer Schlafmittel.
Passionsblume bei Trauer
Passionsblume ist das klassische Trauermittel der Naturheilkunde. Akute Trauer versetzt das Nervensystem in einen Zustand emotionaler Überwältigung – Funktionieren wird kaum möglich. Die Indol-Alkaloide und Chrysin federn den emotionalen Schock ab: Die Überwältigung nimmt ab, der Betroffene behält die Handlungsfähigkeit und kann die Trauer schrittweise verarbeiten.
Passiflora bei Angst
Bei Angststörungen setzt sich das Gehirn in einen Teufelskreis: Die Angst erzeugt Anspannung, die Anspannung verstärkt die Angst. Chrysin unterbricht diesen Kreislauf durch seine Benzodiazepin-Rezeptor-Affinität: Die Angst schwächt sich ab, der emotionale Abstand zu Auslösern wächst und der Betroffene gewinnt wieder Kontrolle. Ohne Abhängigkeitspotenzial und kognitive Einschränkung.
Passionsblume bei nervöser Erschöpfung
Nervöse Erschöpfung entsteht, wenn der Parasympathikus durch chronischen Stress so weit zurückgedrängt wird, dass sich das Nervensystem nicht mehr regenerieren kann. Passionsblume regeneriert den erschöpften Parasympathikus: Das Nervensystem bekommt endlich die Ruhephasen, die es für die Erholung braucht. Stabilität und Belastbarkeit kehren schrittweise zurück.
Hinweise zur Anwendung
Oft in Mischungen mit Baldrian, Hopfen und Melisse. Auch als Tee. Kurartig bei chronischen Nervenproblemen.
Schwangerschaft & Stillzeit
Bedenkenlos – auch bei Nervosität und Schlafproblemen in der Schwangerschaft geeignet.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Passiflora incarnata
- Pflanzenfamilie: Passionsblumengewächse (Passifloraceae)
- Blütezeit: Juli bis August
- Herkunft: Süd- und Mittelamerika
- Giftigkeit: Ungiftig


