Heute wird Mönchspfeffer überwiegend bei hormonell bedingten Störungen eingesetzt: PMS, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden und Kinderwunsch.
Spannende Fakten zu Mönchspfeffer
- Mönchspfeffer heißt auch Keuschlamm – in hohen Dosen dämpft er tatsächlich die Lust.
- Im Mittelalter von Mönchen eingenommen, um sexuelle Begierden zu dämpfen.
- Seine rot-schwarzen Früchte erinnern optisch an Pfefferkörner.
Wirkung & Eigenschaften
Mönchspfeffer senkt den Prolaktinspiegel und erhöht die Freisetzung von FSH und LH in der Hirnanhangsdrüse. Er gleicht das Östrogen-Progesteron-Verhältnis aus und beeinflusst den Hirnstoffwechsel. Hauptwirkstoffe: Iridoidglykoside, Flavonoide und ätherische Öle. Bereits Hippokrates verwies auf seine Wirkung bei Frauenleiden.
Eigenschaften: hormonregulierend, hormonstimulierend, menstruationsregulierend, psychisch stärkend, physisch stärkend.

Anwendungsbereiche
Als eines der TOP 5 Hormonmittel der Naturheilkunde zeigt Agnus castus bei allen hormonell bedingten Beschwerden gute Wirkung.
Mönchspfeffer bei PMS
Das prämenstruelle Syndrom entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron – oft kombiniert mit einem erhöhten Prolaktinspiegel. Erhöhtes Prolaktin kann Stimmungsschwankungen, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen und Brustspannen verursachen. Mönchspfeffer senkt den Prolaktinspiegel und reguliert das Östrogen-Progesteron-Verhältnis: Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen und Unterleibsschmerzen bessern sich deutlich.
Agnus castus bei Menstruationsbeschwerden
Regelschmerzen entstehen häufig durch hormonelle Dysbalancen – zu viel Prostaglandin durch Progesteronmangel lässt die Gebärmutter stärker krampfen. Mönchspfeffer reguliert die hormonellen Ursachen der Regelschmerzen durch Normalisierung des Progesteron-Östrogen-Verhältnisses. Die empfohlene Tagesdosis: 40 mg Extrakt täglich. Die Periode wird weniger schmerzhaft.
Mönchspfeffer bei Wechseljahresbeschwerden
In den Wechseljahren fallen Östrogen- und Progesteronspiegel abrupt ab – Schweißausbrüche, Nervosität und Schlafstörungen entstehen. Mönchspfeffer hilft, den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen, indem er die Ausgabe von LH und FSH reguliert. Schweißausbrüche werden milder, Nervosität und Schlafstörungen bessern sich.
Mönchspfeffer bei Kinderwunsch
Wenn einer Schwangerschaft eine hormonelle Dysbalance entgegensteht – oft ein relativer Progesteronmangel oder erhöhtes Prolaktin – kann die hormonregulative Wirkung des Mönchspfeffers helfen. Er kräftigt den Uterus, normalisiert den Zyklus und bereitet den Körper auf die Empfängnis vor. Die Einnahme sollte therapeutisch begleitet werden.
Mönchspfeffer bei Brustempfindlichkeit
Zyklusbedingte Brustempfindlichkeit bis hin zu Schmerzen (Mastodynie) entsteht durch einen erhöhten Prolaktinspiegel in der zweiten Zyklushälfte. Mönchspfeffer senkt Prolaktin gezielt und normalisiert damit das hormonelle Milieu. Die Brustempfindlichkeit nimmt ab.
Agnus castus bei hormoneller Akne
Hormonell bedingte Akne entsteht durch relative Östrogendominanz oder erhöhtes Prolaktin, das die Talgdrüsen überstimuliert. Mönchspfeffer gleicht die hormonellen Ursachen aus und verbessert das Hautbild nachhaltig – die Talgdrüsenüberaktivität geht zurück.
Hinweise zur Anwendung
Bei Menstruationsbeschwerden und Kinderwunsch täglich 40 mg Extrakt; in den Wechseljahren bis zu 80 mg. Packungsbeilagen beachten.
Schwangerschaft & Stillzeit
In der Schwangerschaft und Stillzeit nicht einnehmen – Prolaktinhemmung setzt die Milchbildung herab.
Kontraindikationen
Bei Endometriose und Brustkrebs auf Einnahme verzichten. Rücksprache mit dem Gynäkologen empfehlenswert.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Vitex agnus-castus
- Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
- Weitere Bezeichnungen: Keuschlamm, Keuschbaum, Abrahamstrauch
- Blütezeit: Juli bis September
- Herkunft: Mittelmeergebiet, Südeuropa, Westasien
- Giftigkeit: Ungiftig


