Heilpflanze

Meisterwurz

[Imperatoria ostruthium]

Meisterwurz

Der alpine Tausendsassa vom 16.–19. Jahrhundert – heute noch in Tiroler Weihnachtsstuben als Räucherkraut gegen böse Geister.

Spannende Fakten zu Meisterwurz

  • Ursprünglich nur in den bayerischen Alpen heimisch.
  • Cumarine machen bei größeren Mengen lichtempfindlich.
  • 16.–19. Jahrhundert: allgegenwärtig in Medizin und Brauchtum.

Wirkung & Eigenschaften

Cumarine (Oxypeucedanin, Ostruthin): schleimlösend, durchblutungsfördernd, lichtsensibilisierend. Ätherische Öle: antimikrobiell, wundheilungsfördernd. Bitterstoffe: Leber, Pankreas und Verdauungsdrüsen aktivierend.

Eigenschaften: schleimlösend, verdauungsfördernd, antimikrobiell, wundheilungsfördernd, immunstärkend.

Meisterwurz: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung
Meisterwurz: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung

Anwendungsbereiche

Meisterwurz bei Erkrankungen der Atemwege

Bei Erkältungen, Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen ist der Schleim in den Atemwegen häufig zähflüssig und schwer abhustbar. Die Cumarine der Meisterwurz verflüssigen den Schleim und erleichtern das Abhusten. Gleichzeitig wirken die ätherischen Öle antimikrobiell gegen die Erreger in den Atemwegen. Die Atemwege werden entlastet und die Entzündung klingt ab.

Peucedanum ostruthium bei Appetitlosigkeit

Appetitlosigkeit entsteht, wenn die Verdauungsdrüsen zu wenig Sekrete produzieren und das Hungersignal ausbleibt. Als klassische Bitterdroge regt Meisterwurz bereits im Mund über die Geschmacksrezeptoren die Verdauungsdrüsen an. Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse schütten mehr Sekrete aus, das Hungergefühl entsteht und die Verdauungsleistung steigt.

Meisterwurz bei Magenkrämpfen

Magenkrämpfe entstehen, wenn der Magen durch unvollständige Verdauung und schlechten Magenausgangsfluss überlastet ist. Die Bitterstoffe der Meisterwurz erhöhen die Verdauungssaftproduktion, verbessern die Magenpassage und lösen die Krämpfe durch Entspannung der glatten Magenmuskulatur. Die Magenentleerung verbessert sich, die Krämpfe hören auf.

Peucedanum ostruthium bei Blähungen

Blähungen entstehen durch Fäulnisgase bei unvollständiger Verdauung. Die Meisterwurz aktiviert alle Verdauungsdrüsen – Leber, Galle, Pankreas – zur vollständigen Verwertung der Nahrung. Wenn die Nahrung vollständig verdaut ist, bevor sie den Dickdarm erreicht, entstehen keine Fäulnisgase und damit keine Blähungen.

Meisterwurz bei Gicht und Rheuma

Gicht entsteht durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut – die Bitterstoffe der Meisterwurz aktivieren Verdauung und Leberstoffwechsel. Ein aktivierter Leberstoffwechsel verbessert die Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen über die Nieren, darunter Harnsäure. Deren Konzentration im Blut sinkt, kristalline Ablagerungen in Gelenken werden verhindert.

Peucedanum ostruthium bei Fieber

Bei Fieber durch Infektionen wirkt Meisterwurz antimikrobiell gegen die Erreger und regt gleichzeitig das Immunsystem an. Die durchblutungsfördernde Wirkung der Cumarine hält die periphere Durchblutung aufrecht, sodass Wärme abgegeben werden kann. Die Genesung wird beschleunigt.

Meisterwurz als Potenzmittel

Die Cumarine der Meisterwurz verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und optimieren die Mikrozirkulation. Eine verbesserte Durchblutung ist eine wichtige Grundvoraussetzung für eine normale Erektionsfähigkeit – Meisterwurz wird daher traditionell als Potenzmittel eingesetzt.

Hinweise zur Anwendung

Kurartig als Bitterelixier. Äußerlich bei Wunden.

Schwangerschaft & Stillzeit

Mit Vorsicht – Cumarine beeinflussen die Gerinnung und erhöhen die Blutungsneigung.

Kontraindikationen

Nicht bei Magen- oder Dünndarmgeschwüren (Bitterstoffe regen Magensäure an). Nicht bei Gallensteinen (Galleanregung kann Steine bewegen). Lichtempfindlichkeit: Sonnenschutz beachten.

Pflanzensteckbrief

  • Botanischer Name: Peucedanum ostruthium
  • Pflanzenfamilie: Doldenblütler (Apiaceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Ostruz
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Herkunft: Alpen, Mitteleuropa
  • Giftigkeit: Ungiftig (Cumarine: Lichtempfindlichkeit)