Heilpflanze

Löwenzahn

[Taraxacum officinale]

Löwenzahn

Bettseicher, Pissnelke, Pusteblume – das bekannteste Wildkraut Mitteleuropas ist das Leber-Nieren-Mittel der Naturheilkunde. Unter 500+ Volksnamen bekannt.

Spannende Fakten zu Löwenzahn

  • Maiblume: klassisch im Mai in voller Blüte.
  • 500+ Volksnamen – mehr als jede andere europäische Pflanze.
  • Ca. 300 Pustesamen – bis mehrere hundert Meter im Wind.

Wirkung & Eigenschaften

Taraxacin (Bitterstoff): regt den Gallefluss an (cholagog), schützt und regeneriert Leberzellen, hemmt Krebszellwachstum in Studien. Kalium plus harntreibende Wirkung: Niere aktivieren – der volkstümliche 'Bettseicher-Effekt'. Bei Kur: viel Wasser trinken!

Eigenschaften: galleanregend, leberanregend, nierenanregend, entgiftend, verdauungsstärkend, bindegewebsreinigend.

Löwenzahn: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung
Löwenzahn: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung

Anwendungsbereiche

Löwenzahn für Leber und Galle

Die Leber ist das zentrale Entgiftungsorgan – bei Überlastung leidet der gesamte Stoffwechsel. Taraxacin regt die Gallensäfteproduktion in der Leber an und verbessert den Gallenabfluss in den Darm. Gleichzeitig schützen die Bitterstoffe die Leberzellen vor oxidativem Stress. Neuere Studien zeigen zusätzlich eine regenerierende Wirkung auf Leberzellen: Der Fettstoffwechsel verbessert sich, die Entwicklung einer Fettleber wird verlangsamt.

Taraxacum als Reinigungskur

Die Kombination aus leberanregender und diuretischer Wirkung macht Löwenzahn zum idealen Frühjahrskur-Mittel. Leber, Galle und Niere werden gleichzeitig aktiviert – die Entgiftungsleistung des Körpers wird maximiert. Schlackstoffe, die sich über den Winter angesammelt haben, werden über Galle, Darm und Niere ausgeschieden. Wichtig: Während der Kur viel Wasser trinken!

Löwenzahn bei Verdauungsbeschwerden

Träge Verdauung, Blähungen und Völlegefühl entstehen, wenn Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse zu wenig Verdauungssäfte produzieren. Löwenzahn aktiviert alle Verdauungsorgane gleichzeitig: Galleproduktion steigt, Darmperistaltik wird angeregt, Magendrüsen werden aktiviert. Die Gesamtleistung der Verdauung verbessert sich spürbar.

Taraxacum für den Stoffwechsel

Ein träger Stoffwechsel mit Verschlackung äußert sich in chronischer Müdigkeit, Gewichtszunahme und Hautproblemen. Löwenzahn kurbelt den Stoffwechsel an, löst eingelagerte Gifte und Schlackstoffe aus dem Bindegewebe und schleust sie über Galle, Darm und Niere aus. Unterstützend bei Gewichtsabnahme durch Aktivierung des Fettstoffwechsels.

Löwenzahn bei Akne

Akne entstehen häufig, wenn Leber und Darm überlastet sind und der Körper Schlackstoffe über die Haut ausscheidet. Löwenzahn stärkt die Verdauung und verbessert das Bindegewebe – die Haut wird von der Entgiftungsaufgabe entlastet und die Akne von innen behandelt. Gleichzeitig wirken die Bitterstoffe regulierend auf den Hormonhaushalt, der bei hormoneller Akne eine Rolle spielt.

Hinweise zur Anwendung

Kurartig 3× täglich vor dem Essen. Mehrere Kuren pro Jahr. Als Tee, Tinktur oder frische Blätter.

Schwangerschaft & Stillzeit

Bedenkenlos – im Frühjahr als Wildkraut auch in der Schwangerschaft empfehlenswert.

Gallenbeschwerden

Nicht bei Gallensteinen, Gallenblasenentzündung, Gallengang- oder Darmverschluss – die Kontraktion der Gallenblase kann einen Stein in den Gallengang transportieren.

Pflanzensteckbrief

  • Botanischer Name: Taraxacum officinale
  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Bettseicher, Pissnelke, Pusteblume
  • Blütezeit: April bis Juli
  • Herkunft: Europa, Kleinasien
  • Giftigkeit: Ungiftig