Heilpflanze

Kleine Brennessel

[Urtica urens ex herba rec.]

Kleine Brennessel

Die Brennnessel gehört zu den Vielkönnern unter den Heilpflanzen. In schwierigen Zeiten wurden die jungen Brennnesseltriebe als schmackhafter Spinat-Ersatz verwendet. Für die Fauna ist sie bedeutend – sie dient unzähligen Insektenarten als Futterpflanze. Als Stickstoffanzeiger hilft sie Bauern, Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit zu ziehen.

Spannende Fakten zu Brennnessel

  • Brennnessel ist eine gute Speisepflanze – die jungen Triebe schmecken wie Spinat.
  • Brennnesseljauche ist ein ausgezeichnetes Pflanzenschutzmittel im Garten.
  • Brennnesselsamen bringen das Fell von Pferden zum Glänzen.

Wirkung & Eigenschaften

Die Brennnessel ist ein wahrer Durchputzer. Sie unterstützt die Ausscheidungsfähigkeit des Körpers und ist deshalb Bestandteil vieler Frühjahrskuren. Sie reinigt das Bindegewebe, spült die Nieren durch und versorgt den Körper mit frischen Mineralien und Spurenelementen: Eisen, Kalium, Silicium und Kieselsäure. Als Eisenquelle hilft sie, rote Blutzellen nachzubilden, sodass der Sauerstofftransport optimal abläuft. Wirkstoffe: Spurenelemente, Kieselsäure, Histamin, Lignane, Ameisensäure.

Eigenschaften: entschlackend, kräftigend, eisenspendend, haarwuchsfördernd, blutbildend, reinigend, stoffwechselfördernd.

Brennnessel: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung
Brennnessel: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung

Anwendungsbereiche

Durch ihren umfangreichen Effekt auf den Stoffwechsel ergeben sich eine Reihe von Indikationen, bei denen die Brennnessel ein gutes Mittel der Wahl ist.

Brennnessel bei Harnwegserkrankungen

Bei Harnwegserkrankungen sitzen Erreger in der Schleimhaut des Harntraktes und verursachen Entzündung, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Die Brennnessel erhöht die Harnmenge deutlich und regt die Spülung des gesamten Harntraktes an – Bakterien werden buchstäblich von der Schleimhaut gespült. Das Immunsystem wird entlastet und kann die verbleibenden Erreger effektiver bekämpfen.

Urtica urens gegen Hautunreinheiten

Viele Hautunreinheiten entstehen, weil der Körper Schlackstoffe über die Haut ausscheidet, wenn andere Ausscheidungsorgane überlastet sind. Die Brennnessel regt den Stoffwechsel an und fördert die Entschlackung über den Urin – die Haut wird von dieser Aufgabe entlastet und die Unreinheiten verschwinden. Gleichzeitig versorgt die Brennnessel die Haut mit wichtigen Mineralien.

Brennnessel bei Magenbeschwerden

Bei leichten Magen-Darm-Beschwerden wirkt die Brennnessel lindernd. Die enthaltenen Gerbstoffe bilden eine Schutzschicht auf den gereizten Schleimhäuten und schirmen diese vor weiteren Reizen ab. Gleichzeitig greifen sie regulierend in die Darmbewegung ein und helfen, die natürliche Darmtätigkeit wiederherzustellen.

Urtica urens bei Menstruationsbeschwerden

Viele Frauen verlieren durch stärke Menstruationsblutungen erheblich viel Eisen und leiden danach unter Müdigkeit und Schwäche. Die Brennnessel hilft dabei, die Eisenspeicher wieder aufzufüllen, da sie selbst eine hochwertige pflanzliche Eisenquelle ist. Außerdem harmonisiert sie die Menstruationsblutungen, sodass diese an Vehemenz verlieren und der Körper weniger belastet wird.

Brennnessel bei Bluthochdruck

In der Naturheilkunde wird Bluthochdruck mit Stauungen und Verschlackungen in Verbindung gebracht, die die Blutgefäße belasten. Da die Brennnessel reinigt, entschlackt und regeneriert, wird sie gerne im Rahmen von Kuren zur Blutdrucksenkung angewendet. Neuere Untersuchungen zeigen zudem einen direkten positiven Effekt auf die Gefäßspannung.

Urtica urens bei Rheuma

Bei rheumatischen Erkrankungen zirkulieren entzündungsfördernde Stoffe im Blut und lagern sich im Gewebe ab. Die Brennnessel entschlackt den Körper, reinigt das Bindegewebe und hilft dabei, dass weniger reizende Stoffe im Körper zirkulieren. Das hat einen nachweislich positiven Effekt auf die Entzündungsneigung und hilft, rheumatische Entzündungen abzuschwächen und die Beschwerden zu lindern.

Hinweise zur Anwendung

Brennnessel kann als Bestandteil von Arzneimitteln oder häufig als Tee angewendet werden – getrocknete Blätter oder die ganze Pflanze kommen zum Einsatz. Besonders beliebt im Rahmen einer Frühjahrs- oder Entschlackungskur.

Schwangerschaft & Stillzeit

In der Schwangerschaft sollte auf den Konsum verzichtet werden – die Brennnessel stark entwässert und kann außerdem frühe Wehen auslösen. In der Stillzeit stellt sie kein Risiko dar und kann bedenkenlos genossen werden.

Allergie

Stärke Allergiker sollten wegen des enthaltenen Histamins vorsichtig sein. Bei bestehender Histaminintoleranz ist Rücksprache mit dem Therapeuten empfehlenswert.

Pflanzensteckbrief

  • Botanischer Name: Urtica urens
  • Pflanzenfamilie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Nettel, Kleine Brennnessel
  • Blütezeit: Juli bis Oktober
  • Herkunft: Heimisch (Europa)
  • Giftigkeit: Ungiftig