Das natürliche Antidepressivum – Johanniskraut bringt das Licht zurück und ist in den Neurotransmitter-Haushalt direkt involviert.
Spannende Fakten zu Johanniskraut
- Blüht um die Sommersonnenwende – heiliges Kraut der Sonnwendtänze.
- Rote Finger beim Zerreiben der Blüten – wegen Hypericin.
- Rotöl traditionell bei der entspannenden Breuss-Massage.
Wirkung & Eigenschaften
Hypericin als MAO-Hemmer: blockiert die Aufspaltung von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin – diese bleiben länger im Synaptischen Spalt und entfalten ihre stimmungsaufhellende Wirkung länger. Lichtempfindlichkeit: mehr UV-Licht → mehr Vitamin D → verstärkte antidepressive Wirkung. Hyperforin: antibiotisch und wundheilend.
Eigenschaften: stimmungsaufhellend, antidepressiv, wundheilend, nervenregenerierend, beruhigend.

Anwendungsbereiche
Hypericum perforatum bei Depressionen
Depressionen entstehen, wenn Serotonin, Dopamin und Noradrenalin im Gehirn zu schnell abgebaut werden – die Stimmung sinkt chronisch ab. Hypericin wirkt als natürlicher MAO-Hemmer und blockiert das Enzym, das diese Botenstoffe abbaut. Sie bleiben länger wirksam, die Stimmung hebt sich. Studien zeigen: Die Wirkung der ganzen Pflanze ist stärker als isoliertes Hypericin. Kombiniert mit Vitamin-D-Förderung durch die Lichtempfindlichkeit verstärkt sich die antidepressive Wirkung.
Johanniskraut gegen Kopfschmerzen
Nervöse Überreizung und chronischer Stress sind häufige Ursachen von Spannungskopfschmerzen – das Nervensystem ist dauerhaft angespannt, Muskeln verkrampfen sich. Johanniskraut beruhigt das überreizte Nervensystem durch seine serotonin-erhöhende Wirkung und regeneriert die erschöpften Nervenbahnen. Die Grundspannung sinkt, die Muskelspannung löst sich und der Kopfschmerz klingt ab.
Hypericum perforatum bei Schlafproblemen
Schlafprobleme in Verbindung mit gedrückter Stimmung sprechen besonders gut auf Johanniskraut an. Die stimmungsaufhellende Wirkung löst den depressiven Teufelskreis aus schlechtem Schlaf und gedrückter Stimmung. Wichtig: Johanniskraut tagsüber einnehmen – abends kann die stimmungsaufhellende Wirkung bei empfindlichen Personen Wachheit erzeugen.
Johanniskraut bei Periodenbeschwerden
Periodenbeschwerden mit nervösem, stressbedingtem Charakter sprechen auf Johanniskraut an. Innerlich als Kapsel oder Tinktur wirkt es beruhigend auf das Nervensystem und lindert den Stressanteil der Krämpfe. Äußerlich als Rotöl auf den Unterleib massiert verbessert es die Durchblutung und entspannt die Uterusmuskulatur direkt.
Hypericum perforatum in den Wechseljahren
In den Wechseljahren ist das Nervensystem durch die hormonellen Schwankungen besonders gereizt – Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen entstehen. Johanniskraut stärkt das Nervensystem, gibt Gelassenheit und Ruhe zurück und hilft dem Organismus, die hormonellen Veränderungen ausgeglichener zu bewältigen.
Johanniskraut bei Wunden
Rotöl (Johanniskrautöl) ist das Standardmittel bei Nervenregeneration nach Verletzungen. Hyperforin wirkt antibakteriell, verhindert Infektionen und fördert die Wundheilung. Nachts als Salbenverband aufgetragen wirkt Johanniskraut am stärksten – die Regeneration der Nervenbahnen und des Gewebes findet vor allem in der Ruhephase statt.
Hypericum perforatum bei Hautproblemen
Bei Neurodermitis, die sich bei Stress verschlechtert, spricht Johanniskraut den entscheidenden Faktor an: das überreizte Nervensystem und den gestörten Nervenstoffwechsel. Innerlich senkt es den Stresspegel und verbessert den Neurotransmitter-Haushalt – äußerlich als Salbe wirkt Hyperforin antibakteriell und entzündungshemmend auf der Haut.
Hinweise zur Anwendung
Über den Tag verteilt, nicht nach 16 Uhr. Als Tee, Kapsel, Tropfen, Rotöl oder Salbe.
Schwangerschaft & Stillzeit
Vorsichtshalber abraten – dünne Kenntnislage, keine eindeutigen Studien vorhanden.
WICHTIG: Wechselwirkungen
Antidepressiva: gefährliche Serotonin-Überdosierung möglich. Pille: kann unwirksam werden! Chemotherapeutika: Wirkung verändert. Immer mit Therapeuten besprechen.
Johanniskraut und Sonne
Innerlich: Lichtempfindlichkeit erhöht – Sonnenschutz beachten. Äußerlich als Rotöl: kein erhöhtes Risiko nach aktuellem Forschungsstand.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Hypericum perforatum
- Pflanzenfamilie: Hartheugewächse (Hypericaceae)
- Weitere Bezeichnungen: Blutkraut, Hartheu, Johannisblut
- Blütezeit: Ab Sommersonnenwende bis August
- Herkunft: Europa, Nordafrika, Zentralasien
- Giftigkeit: Ungiftig


