Heilpflanze

Immergrün

[Vinca minor]

Immergrün

Immergrün lebt, was es heilt: immer grün, nie alt – antisklerotisch und durchblutungsfördernd.

Spannende Fakten zu Immergrün

  • Als Kulturrelikt zeigt es historische Siedlungsplätze.
  • Bestandteil von Brautsträußen – symbolisiert Ewigkeit.
  • Soll böse Hexen vertreiben – so der alte Volksglaube.

Wirkung & Eigenschaften

40 Alkaloide, darunter Vincamin – klinisch bei Schlaganfall und Innenohrstörungen eingesetzt. Vincamin erweitert Blutgefäße, verbessert die Sauerstoffversorgung der Nervenzellen und schützt vor sklerotischen Prozessen. Bitter- und Gerbstoffe unterstützen zusätzlich Verdauung und Haut.

Eigenschaften: durchblutungsfördernd, antisklerotisch, blutdrucksenkend, zusammenziehend, trocknend.

Immergrün: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung
Immergrün: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung

Anwendungsbereiche

Immergrün bei Blutarmut

Blutarmut entsteht häufig durch eine schlechte Aufnahme von Eisen und anderen blutbildenden Nährstoffen im Darm. Die Bitterstoffe des Immergrüns aktivieren die Verdauungsdrüsen und verbessern damit die Aufnahme dieser essentiellen Nährstoffe im Dünndarm. Mit verbesserter Eisenaufnahme kann der Körper mehr rote Blutkörperchen bilden – Blutarmut und ihre Symptome gehen zurück.

Vinca minor bei Erschöpfung & Kreislauf

Erschöpfung mit Kreislaufproblemen entsteht, wenn das Herz nicht ausreichend Sauerstoff in die Peripherie pumpt und das Gehirn unterversorgt ist. Vincamin verbessert die Mikrozirkulation und erhöht die Sauerstoffversorgung der Zellen. Das Herz wird unterstützt, der Kreislauf stabilisiert sich und die Kraft kehrt zurück.

Immergrün bei Depressionen

Depressionen entstehen häufig durch einen gestörten Hirnstoffwechsel – Neurotransmitter werden unzureichend produziert oder abgebaut. Die Alkaloide des Immergrüns mildern die Überreizung des Hirnstoffwechsels durch chronischen Stress und verbessern die Durchblutung des Gehirns. Mit besserer Sauerstoffversorgung arbeitet das Gehirn ausgeglichener.

Vinca minor bei Nervenleiden

Bei Nervenleiden – nach Schlaganfall, bei Polyneuropathie oder zerebralen Durchblutungsstörungen – leiden Nervenzellen unter Sauerstoff- und Nährstoffmangel. Vincamin verbessert die Mikrozirkulation in den Nervengeweben gezielt: Die Sauerstoffversorgung steigt, sklerotische Prozesse werden verlangsamt und die Regeneration der Nervenzellen wird gefördert.

Immergrün bei Mandelentzündung

Bei Mandelentzündungen sind die Mandeln geschwollen, schlecht durchblutet und von Entzündung befallen. Immergrün wirkt leicht antibakteriell und entzündungswidrig auf die betroffenen Schleimhäute. Durch die verbesserte Gewebsdurchblutung werden mehr Immunzellen in das Entzündungsgebiet transportiert – die Heilung verläuft schneller.

Vinca minor bei Magen-Darm

Bei träger Verdauung und Magen-Darm-Störungen aktivieren die Bitterstoffe des Immergrüns die Verdauungsdrüsen: Mehr Magensäure, Gallenflüssigkeit und Pankreasenzyme werden produziert. Der pH-Wert im Darm normalisiert sich, die Darmenzyme arbeiten effektiver und die Verdauung läuft reibungsloser.

Immergrün bei Kopfhauterkrankungen

Nässende Ekzeme der Kopfhaut entstehen durch Entzündungen und übermäßige Sekretion. Die Gerbstoffe des Immergrüns wirken trocknend und zusammenziehend auf das erkrankte Gewebe – die Sekretion wird reduziert, die Entzündung klingt ab und die Kopfhaut kann sich regenerieren.

Hinweise zur Anwendung

Als homöopathische oder spagyrische Mischung. Kurartig.

Schwangerschaft & Stillzeit

Nicht einnehmen – Einfluss auf die Durchblutungsverhältnisse, nicht ausreichend auf Sicherheit untersucht.

Hypotonie

Nicht einnehmen bei niedrigem Blutdruck – Immergrün senkt ihn weiter, Kollapsgefahr.

Pflanzensteckbrief

  • Botanischer Name: Vinca minor
  • Pflanzenfamilie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Dauergrün, Totenblätter
  • Blütezeit: Mai bis Spätsommer
  • Herkunft: Heimisch (Europa)
  • Giftigkeit: Giftig