Besungen von Minnesängern, vergessen von der Moderne – Goldlack ist eine mittelalterliche Heilpflanze mit herzaktiven Glykosiden und milzreinigender Wirkung.
Spannende Fakten zu Goldlack
- Englisch: 'wallflower' – wächst auch vertikal an Mauern und Felsen.
- Verströmt einen intensiven veilchenartigen Duft.
- Humoralpathologisch: klassisches Mittel zur Ausscheidung von Schwarzgalle.
Wirkung & Eigenschaften
Herzaktive Glykoside regulieren und harmonisieren das Herz – ähnlich wie Digitalis, aber milder. Gleichzeitig wirkt Goldlack milzaktivierend und blutreinigend. Nach der mittelalterlichen Humoralpathologie filtert die Milz die Schwarzgalle aus dem Blut – ein Überschuss führt zu Melancholie, Verkrampfung und schmerzhafter Menstruation. Goldlack ist giftig – ausschließlich als Fertigpräparat oder in Apothekenmischungen verwenden.
Eigenschaften: herzregulierend, blutreinigend, milzreinigend, menstruationsfördernd, harnfördernd.

Anwendungsbereiche
Goldlack bei Leber- und Herzleiden
Herz und Leber sind eng miteinander verbunden: Ein geschwächtes Herz pumpt das Blut nicht kraftvoll genug durch den Körper, die Leber wird unzureichend durchblutet und staut sich. Chronische Müdigkeit, Völlegefühl und Verdauungsschwäche entstehen. Die herzaktiven Glykoside des Goldlacks stärken die Herzpumpleistung – die Leber wird besser durchblutet, der Stau löst sich und der Stoffwechsel verbessert sich insgesamt.
Erysimum cheiri zur Förderung der Menstruation
In der Humoralpathologie verursacht ein Überschuss an Schwarzgalle eine Neigung zu Verkrampfung, Entzündung und schmerzhafter, stockender Menstruation. Goldlack aktiviert die Milz und unterstützt damit die Ausleitung von Schwarzgalle aus dem Blut. Die Krampfneigung geht zurück, der Menstruationsfluss wird ungehinderter und weniger schmerzhaft.
Goldlack bei Verstopfung
Verstopfung entsteht häufig, wenn die Leber überlastet ist und die Gallenproduktion drosselt – der Darm erhält zu wenig Gallenflüssigkeit, die für eine normale Peristaltik unerlässlich ist. Die herzstärkende Wirkung des Goldlacks entlastet die Leber indirekt: Das Herz pumpt kräftiger, die Leber wird besser durchblutet, die Gallenproduktion normalisiert sich und die Verdauung kommt wieder in Gang.
Erysimum cheiri bei Herzinsuffizienz
Bei Herzinsuffizienz kann das geschwächte Herz das Blut nicht mehr ausreichend durch den Körper pumpen – Ödeme, Organstau und Erschöpfung entstehen. Die herzaktiven Glykoside des Goldlacks unterstützen die Herzmuskelkraft auf schonende Weise: Das Herz schlägt kräftiger und regelmäßiger, Ödeme bauen sich ab und die organischen Folgen der Herzinsuffizienz klingen ab.
Hinweise zur Anwendung
Nur als Fertigpräparat oder Apothekenmischung. Mehrfach täglich oral. Keine Dauereinnahme.
Schwangerschaft & Stillzeit
Nicht einnehmen – herzaktive Glykoside und menstruationsfördernde Wirkung sind in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Erysimum cheiri
- Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
- Weitere Bezeichnungen: Cheiranthus cheiri, Wallflower
- Blütezeit: April bis Juli
- Herkunft: Südeuropa
- Giftigkeit: Giftig – nur als Fertigpräparat


