Heilpflanze

Ginkgobaum

[Ginkgo biloba]

Ginkgobaum

Ein lebendes Fossil seit 180 Millionen Jahren – und eine der meistuntersuchten Heilpflanzen der Welt.

Spannende Fakten zu Ginkgobaum

  • Vor 180 Mio. Jahren heimisch bei uns – überlebte Dinosaurier, Eiszeiten und Massenaussterben.
  • Früchte stinken nach Buttersäure – weswegen oft nur männliche Bäume gepflanzt werden.
  • Ginkgobäume werden über 1.000 Jahre alt – Exemplare in China sind über 3.000 Jahre alt.

Wirkung & Eigenschaften

Flavonoide: antioxidativ, hemmen den Plättchen-aktivierenden Faktor (PAF) – ein Schlüsselenzym bei Entzündungen und Gefäßschäden. Isoprenoide: verbessern die Mikrozirkulation in kleinen Gefäßen. Das Ergebnis: bessere Sauerstoffversorgung von Gehirn und Nerven, weniger Entzündungen in kleinen Gefäßen. Klinisch vielfach belegt.

Eigenschaften: durchblutungsfördernd, antioxidativ, neuroprotektiv, neuroregenerativ, thrombozytenaggregationshemmend.

Ginkgobaum: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung
Ginkgobaum: Eigenschaften, Anwendung & Wirkung

Anwendungsbereiche

Ginkgo biloba bei Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen entstehen, wenn Mikrogefäße verkalkt oder entzündet sind und nicht mehr ausreichend Blut transportieren können. Klinische Studien belegen die Wirksamkeit von Ginkgo bei Tinnitus durch Durchblutungsmangel, Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit) und allgemeinen Mikrozirkulationsstörungen. Die Isoprenoide verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und die Durchlässigkeit der Gefäßwände.

Ginkgobaum bei Demenz

Bei Demenz verliert das Gehirn zunehmend Neuronen – die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung nimmt ab, Nervenzellen sterben ab. Ginkgo verbessert die Mikrozirkulation im Gehirn, erhöht die Sauerstoffversorgung der Nervenzellen und hemmt durch seine antioxidativen Flavonoide die freien Radikale, die Nervenzellen schädigen. Studien zeigen eine Verlangsamung des Demenzverlaufs und Verbesserung der kognitiven Leistung.

Ginkgo biloba bei Asthma

Bei Asthma produziert die entzündete Bronchialschleimhaut übermäßig Schleim, der die Atemwege verengt. Der Plättchen-aktivierende Faktor (PAF) spielt bei der Schleimbildung eine zentrale Rolle. Ginkgo hemmt PAF durch seine Flavonoide – die Schleimproduktion geht zurück, die Bronchien können sich weiten und die Atmung verbessert sich.

Ginkgobaum bei Gleichgewichtsstörungen

Das Innenohr ist besonders empfindlich auf Durchblutungsmangel – schon geringe Minderdurchblutung führt zu Tinnitus, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Ginkgo verbessert gezielt die Mikrozirkulation und Nährstoffversorgung des Innenohrs und geht gegen Mikroentzündungen vor. Klinische Studien belegen die Wirksamkeit bei Ohrgeräuschen und stressbedingten Gleichgewichtsproblemen.

Ginkgo biloba bei Diabetes

Diabetes schädigt die kleinen Blutgefäße durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte – diabetische Retinopathie, Neuropathie und Nephropathie entstehen. Ginkgo wirkt antithrombotisch und entzündungshemmend in den kleinen Gefäßen und schützt sie vor den Folgeschäden des erhöhten Blutzuckers. Die Mikrozirkulation verbessert sich, die Progression der diabetischen Folgeerkrankungen verlangsamt sich.

Ginkgobaum bei Schwindel

Schwindel entsteht häufig durch Durchblutungsmangel im Innenohr oder Hirnstamm – das Gleichgewichtssystem erhält nicht genug Sauerstoff und Nährstoffe. Ginkgo verbessert die Mikrozirkulation und Nährstoffversorgung gezielt in diesen Bereichen. Der Schwindel nimmt ab, die Orientierung im Raum verbessert sich.

Hinweise zur Anwendung

Als Fertigarzneimittel mit standardisiertem Ginkgoextrakt. Bei Überempfindlichkeit absetzen.

Schwangerschaft & Stillzeit

Nicht einnehmen in der Schwangerschaft – Toxinanhäufung in der Plazenta wurde beobachtet. In der Stillzeit sind bisher keine Auffälligkeiten dokumentiert worden.

Pflanzensteckbrief

  • Botanischer Name: Ginkgo biloba
  • Pflanzenfamilie: Ginkgogewächse (Ginkgoaceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Fächerblattbaum, Jungfernhaarbaum
  • Blütezeit: März bis April
  • Herkunft: Asien
  • Giftigkeit: Ungiftig