In der Antike war der Frauenmantel noch relativ unbekannt. Im ausgehenden Mittelalter gewann er rasant an Popularität. Paracelsus liebte ihn als Knochen- und Wundheilmittel. In der modernen Phytotherapie zählt er bei gynäkologischen Problemen zu den großen Mitteln.
Spannende Fakten zu Frauenmantel
Der Frauenmantel ist eine Pflanze voller kleiner Geheimnisse – von seiner Verbreitung bis zu seinem mystischen Wasser.
- Frauenmantel ist weltweit verbreitet – auf Wiesen, an Waldrändern und im Gebirge.
- Er schwitzt den morgendlichen Tautropfen in seiner Mitte selbst aus – es ist kein Tauwasser.
- Dieses Wasser heißt Himmelswasser und war bei den Alchemisten begehrt – daher der Name Alchemilla.
Wirkung & Eigenschaften
Der Frauenmantel wirkt progesteronisierend: Als Progesteronquelle stellt er dem Hormonhaushalt alles zur Verfügung, was dieser für eine reibungslose Arbeit benötigt. Progesteron ist das Hormon der zweiten Zyklushälfte – fehlt es, entstehen PMS, Wechseljahresbeschwerden und Zyklusstörungen. Auf seelischer Ebene entspannt er das Gemüt. Wirkstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, Saponine und Glykoside.
Eigenschaften: hormonregulierend, entzündungshemmend, adstringierend, uteruskräftigend, wundheilend, entkrampfend.

Anwendungsbereiche
In der Gynäkologie hat der Frauenmantel einen festen Stand und erfreut sich häufigen Einsatzes.
Alchemilla vulgaris bei Schwangerschaftswunsch
Viele Frauen mit Kinderwunsch leiden unter einer Progesteronschwäche in der zweiten Zyklushälfte – die Gebärmutterschleimhaut kann sich nicht ausreichend aufbauen und eine befruchtete Eizelle findet keine guten Bedingungen zur Einnistung. Frauenmantel wirkt progesteronisierend und gleicht dieses Defizit aus. Gleichzeitig kräftigt er den Uterus und bereitet den Körper optimal auf die Empfängnis und das Austragen einer Schwangerschaft vor.
Frauenmantel bei PMS
Das prämenstruelle Syndrom entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron – Progesteron ist zu niedrig, Östrogen dominiert. Die Folge: Stimmungsschwankungen, Unterleibskrämpfe, Wassereinlagerungen und Erschöpfung. Frauenmantel saniert den Hormonhaushalt durch seine progesteronisierende Wirkung, fördert die Hormonbildung und wirkt direkt entkrampfend auf den Uterus. Der PMS-Blues und die Unterleibskrämpfe lassen nach.
Alchemilla vulgaris bei Akne
Hormonell bedingte Akne entsteht häufig durch einen relativen Progesteronmangel, der die Talgdrüsen überstimuliert. Frauenmantel hilft mit seiner progesteronisierenden Wirkung das hormonelle Gleichgewicht wiederherzustellen. Gleichzeitig wirken die enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide entzündungshemmend auf die entzündeten Poren. Das Hautbild verbessert sich deutlich.
Frauenmantel bei Wechseljahresbeschwerden
In den Wechseljahren sinken Östrogen- und Progesteronspiegel gleichzeitig – Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Müdigkeit entstehen. Frauenmantel unterstützt die Grundversorgung mit Hormonen durch seine phytohormonale Wirkung. Hitzewallungen werden milder, Stimmungsschwankungen nehmen ab und die Lebensqualität in dieser Übergangsphase verbessert sich deutlich.
Hinweise zur Anwendung
Häufig als Bestandteil von phytotherapeutischen, spagyrischen oder homöopathischen Komplexmitteln für gynäkologische Themen. Auch als Tinktur oder Tee. Einnahme kurweise – keine Dauereinnahme ohne therapeutische Begleitung.
Schwangerschaft & Stillzeit
Kann während der Schwangerschaft und vor der Geburt zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
Anwendungsdauer
Einnahme kurweise zur Therapie. Bei Dauerproblemen Abstimmung mit Arzt oder Heilpraktiker empfehlenswert.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Alchemilla vulgaris
- Pflanzenfamilie: Rosengewächse (Rosaceae)
- Weitere Bezeichnungen: Frauenhilf, Mäntli
- Blütezeit: Mai bis September
- Herkunft: Weltweit verbreitet, heimisch
- Giftigkeit: Ungiftig


