Der einjährige Beifuß stammt ursprünglich aus Asien, wo er als großes Heilmittel verehrt wurde. In den 1970er Jahren wurde er dort als Heilmittel wiederentdeckt und gilt heute als sehr bedeutend. In unseren Breiten verwendet man Beifuß seit Jahrhunderten traditionell in Heilkunde und Küche – fettes Fleisch wird mit Beifuß gewürzt, da er das Fett besser verdaulich macht.
Spannende Fakten zu Einjährigem Beifuß
- Gänsebraten wird traditionell mit Beifuß gewürzt, um ihn besser verdauen zu können.
- Moderne Malariamittel basieren auf dem Wirkstoff Artemisin des Beifußes – die Entdeckerin erhielt 2015 den Nobelpreis für Medizin.
- Der Beifuß wurde entlang römischer Straßen angebaut, da sich die Legionäre ihn in die Schuhe machten, um schmerzende Füße zu behandeln.
Wirkung & Eigenschaften
Der Beifuß hat im Körper eine stärke entzündungshemmende Wirkung. Sein Wirkstoff Artemisin reagiert im Körper mit Eisen und erzeugt freie Radikale, die Viren- und Parasitenzellen gezielt angreifen. Thujon beruhigt entzündete Schleimhäute und wirkt schmerzstillend. Phytohormone machen ihn östrogen- und gestagenähnlich wirksam. Wirkstoffe: ätherische Öle (Thujon, Cineol, Kampfer), Bitterstoffe, Cumarine, Flavonoide, Artemisin.
Eigenschaften: entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, adstringierend, antimikrobiell, verdauungsfördernd, fiebersenkend.

Anwendungsbereiche
Durch die komplexe Mischung hochpotenter Wirkstoffe hat der Beifuß ein breites Anwendungsspektrum.
Artemisia annua bei Herpes
Herpesviren schlummern nach einer Erstinfektion dauerhaft in den Nervenknoten und reaktivieren sich bei Schwächung des Immunsystems. Da Beifuß antimikrobiell wirksam ist, geht er direkt gegen die Viren vor und hilft dem Immunsystem, die Infektion einzudämmen. Er verkürzt die aktive Phase des Herpes und lindert die damit verbundenen Schmerzen und Beschwerden – sowohl bei Lippenherpes als auch bei Gürtelrose.
Beifuß bei Viruskrankheiten
Bei Viruserkrankungen wirkt Artemisin besonders stark: Es reagiert mit Eisen in den Viruszellen und erzeugt freie Radikale, die die Virusstrukturen von innen heraus zerstören. Gleichzeitig stützt Beifuß das Immunsystem, indem er die körpereigene Abwehr anregt. Die Infektionszeit wird verkürzt und der Krankheitsverlauf milder.
Artemisia annua bei Akne
Bei Akne werden Entzündungen und Bakterien in den Hautporen zum Problem. Innerlich regt Beifuß die Verdauungsdrüsen an und entlastet damit die Haut als Ausscheidungsorgan – weniger Schlacken müssen über die Haut ausgeschieden werden. Äußerlich hilft er, die Haut durchzubluten, lokale Erreger abzutöten und Entzündungen zu beruhigen.
Beifuß bei Pilzerkrankungen
Pilzerkrankungen entstehen, wenn das Gleichgewicht der körpereigenen Mikroflora gestört ist und sich Pilzsporen übermäßig vermehren. Beifuß wirkt antimykotisch: Seine Inhaltsstoffe korrigieren das Milieu, schaffen ungünstige Bedingungen für Pilze und greifen Pilzsporen direkt an. Einsetzbar sowohl innerlich als auch lokal äußerlich.
Artemisia annua bei Wechseljahresbeschwerden
Beifuß enthält Phytohormone mit östrogener und gestagener Wirkung. Diese Hormonstoffe wirken krampflösend und schweißhemmend – zwei der häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren. Besonders bei psychischen Wechseljahresbeschwerden mit hormonellem Ursprung hat sich Beifuß bewährt, da er auch auf die Stresshormonkaskade regulierend einwirkt.
Beifuß bei Fieber
Fieber ist die Reaktion des Körpers auf eine Infektion – Beifuß unterstützt diese Abwehrreaktion auf mehreren Ebenen. Artemisin stärkt das Immunsystem und geht direkt gegen die Erreger vor. Gleichzeitig hat Beifuß einen fiebersenkenden Effekt, der den Körper entlastet und die Genesungsphase verkürzt.
Artemisia annua bei Hämorrhoiden
Viele Hämorrhoiden entstehen durch eine Überlastung der Leber, die das nährstoffreiche Pfortaderblut nicht schnell genug verarbeiten kann. Beifuß regt die Verdauungsdrüsen an, damit die Leber das Blut besser filtern kann. Der Rückstau im Pfortadersystem verschwindet und mit ihm die Ursache der Hämorrhoiden.
Beifuß bei Verdauungsbeschwerden
Beifuß ist bekannt für seine Fähigkeit, die Fettverdauung zu fördern. Er regt Leber und Bauchspeicheldrüse an, mehr Verdauungssekrete auszuschütten. Deshalb wird er in der traditionellen Küche zum Würzen fetter Braten verwendet – der Gänsebraten wird durch den Beifuß bekömmlicher und leichter verdaulich.
Artemisia bei Helicobacter pylori
Der Magenkeim Helicobacter pylori kann die Magenschleimhaut entzünden und langfristig zu Magengeschwüren führen. Beifuß ist gegen diesen Erreger wirksam: Er geht antimikrobiell gegen den Keim vor, lindert durch Thujon den Schmerz, beruhigt die entzündete Schleimhaut und entkrampft den angespannten Magen.
Hinweise zur Anwendung
Beifuß kann als phytotherapeutisches, spagyrisches oder homöopathisches Komplexmittel eingesetzt werden. Grundsätzlich wird kurweise mit mehrfach täglicher Einnahme empfohlen. Dauertherapien werden nicht empfohlen.
Schwangerschaft & Stillzeit
Beifuß darf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Seine Wirkstoffe können potenziell abtreibend wirken.
Allergie
Der Beifuß ist recht allergen. Vorbelastete Patienten können auf die Pollen mit Heuschnupfen und bei Hautkontakt mit Hautreizungen reagieren.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Artemisia annua
- Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
- Weitere Bezeichnungen: Qing-Guo, Chinese Wormwood, Einjähriger Wermut
- Blütezeit: Ab September
- Herkunft: China und Vietnam
- Giftigkeit: Ungiftig


