Die Arnika ist sicherlich eine der meistverwendeten Heilpflanzen in der Praxis. Sie gilt als DIE Wahl bei jeder Art von stumpfer Verletzung – ob Brüche, Quetschungen, Prellungen oder Blutergüsse. Dass sie ausgerechnet in den Bergen wächst, scheint dabei ein glücklicher Zufall: Denn genau dort, wo sich der Wanderer den Knöchel und das Knie verdreht, wächst das richtige Kraut zur Behandlung.
Spannende Fakten zu Arnika
Die Arnika hat nicht nur eine beeindruckende Heilgeschichte – sie steckt auch voller überraschender Details.
- Arnika wurde früher dem Schnupftabak beigesetzt, um die Nasenschleimhäute zu reizen.
- Die am Johannistag gepflückten Blüten galten als besonders heilkräftig.
- Arnika galt als Zauberpflanze – mit ihr wurden die Kornfelder vor dem Bilmesschnitter geschützt.
Wirkung & Eigenschaften
Die Wirkung der Arnika geht auf ihren reichhaltigen Wirkstoffkomplex zurück: Sesquiterpenlactone wie Helenalin und Dihydrohelenalin sind die Hauptwirkstoffe und wirken antiphlogistisch und antimikrobiell. Flavonoide und Phenolcarbonsäuren unterstützen die entzündungshemmende Wirkung. Das ätherische Öl verleiht der Pflanze ihre antiseptischen Eigenschaften. Die antiseptische und entzündungshemmende Wirkung der Arnikablüten kann sogar die mancher synthetischer Antirheumatika übertreffen.
Eigenschaften: wundheilend, entzündungshemmend, schmerzlindernd, Bluterguss abbauend, blutungshemmend, pflegend.

Anwendungsbereiche
Arnika ist eines der Wundmittel der Naturheilkunde – ihre Anwendungsgebiete richten sich konsequent nach dieser Grundstärke.
Arnika bei Prellungen
Bei Prellungen wird das Gewebe gestaucht, ohne die Haut zu verletzen – Blutgefäße reißen ein, Blut tritt aus, Schwellung und Schmerz entstehen. Arnika hemmt die Blutung ins Gewebe, nimmt den Schmerz und die Entzündungsreaktion und regt das Gewebe zur Heilung an. Die Heilungszeit verkürzt sich deutlich.
Arnica montana bei Muskelkater
Muskelkater entsteht durch stärke körperliche Belastung, die winzige Risse in den Muskelfasern verursacht und Mikro-Entzündungen auslöst. Arnika hilft dem Gewebe, sich schneller zu regenerieren, indem sie die Entzündung bremst und die Durchblutung fördert. Der Muskel wird wieder optimal einsetzbar.
Arnika bei Blutergüssen
Bei Blutergüssen ist Blut ins umliegende Gewebe ausgetreten und sorgt für Verfärbung, Schwellung und Druckschmerz. Arnika hemmt Entzündungen, lindert Schmerzen und beschleunigt die Resorption des ausgetretenen Blutes. Da sie die Resorption fördert, verblassen die blauen Flecken deutlich schneller.
Arnica montana bei Geburten
Bei Geburten wird der Körper der Mutter extremen Belastungen ausgesetzt. Arnika kann übermäßige Blutungen bremsen und durch ihre pflegenden, heilungsfördernden Eigenschaften dabei helfen, dass sich die Mutter schneller von den Strapazen erholt. Schwellung und Erschöpfung gehen rascher zurück.
Arnika vor und nach Operationen
Nach Operationen bremst Arnika die Blutung der frischen Wunde, beschleunigt die Heilung des Gewebes und lindert Schmerzen – was Schonhaltungen verhindert und die Genesung insgesamt beschleunigt. Vor Operationen eingenommen bereitet sie den Körper auf das Gewebstrauma vor.
Arnica montana bei Zahnschmerzen
Nach Zahnextraktionen ist das Gewebe gereizt, geschwollen und schmerzhaft. Arnika reduziert die Schwellung, bremst die Nachblutung aus der Wunde und fördert die Wundheilung. Die Beschwerden nach dem Eingriff nehmen deutlich ab und die Heilung verläuft komplikationsloser.
Hinweise zur Anwendung
Bei Verletzungen wird die Arnika innerlich ausschließlich in homöopathischen oder spagyrischen Zubereitungen verwendet. In akuten Fällen kann die Einnahme sogar stündlich erfolgen; bei chronischen Erkrankungen 3-mal täglich. Äußerlich wird Arnika meist als alkoholische Lösung mittels Wundauflagen oder Verbänden angewendet – diese werden 2 bis 3-mal täglich gewechselt.
Schwangerschaft & Stillzeit
Innerliche Einnahme in der Schwangerschaft immer mit Arzt oder Heilpraktiker absprechen. Äußerlich kann Arnika – solange keine Allergie besteht – bedenkenlos angewendet werden.
Allergie gegen Korbblütler
Da Arnika stark allergen ist, sollten Personen mit bekannter Korbblütlerallergie sie meiden. Bei der äußerlichen Anwendung auf allergiebedingte Hautreaktionen achten – bei Auftreten sofort abwaschen.
Pflanzensteckbrief
- Botanischer Name: Arnica montana
- Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
- Weitere Bezeichnungen: Berg-Wohlverleih, Wundkraut, Bergdotterblume, Fallkraut
- Blütezeit: Juni bis September
- Herkunft: Heimisch, alpin – Pyrenäen bis Balkan, bis 2.500 m Höhe
- Giftigkeit: Leicht giftig (innerlich)


